Ziele der UdV Limburg-Weilburg

Flüchtlinge, Heimatvertriebene und Spätaussiedler in Hessen schlossen sich in der CDU zu einer Vereinigung zusammen. In diesem Bundesland nennt sie sich "Union der Vertriebenen und Flüchtlinge (UdV)"; im Bund und in anderen Bundesländern heißt die Vereinigung "Ost- und Mitteldeutsche Vereinigung (VOM)". Ziele der UdV im Landkreis Limburg-Weilburg sind:

Unterstützung der CDU in ihrer Arbeit für die Flüchtlinge, Heimatvertriebenen und Spätaussiedlern

Bekenntnis zur Charta der deutschen Heimatvertriebenen vom 5. August 1950 mit dem Bekenntnis zum Verzicht auf Rache und Vergeltung und zur friedlichen Verständigung der Völker Europas

Förderung der Begegnungen und Beziehungen mit unseren östlichen Nachbarn

Unterstützung der Ziele des Zentrums gegen Vertreibungen in Berlin zur Erinnerung an das Unrecht der Vertreibungen und deren Ächtung, um ein Zeichen zu setzen

Eintreten, dass Flucht, Vertreibungen, Deportationen und das SED-Unrechtsregime im Schulunterricht ausführlich behandelt werden

Erhalten der Denkmäler in einzelnen Gemeinden und Städten, die an die Flucht und Vertreibung der ostdeutschen Bevölkerung erinnern

Gebrauch der deutschen Länder- und Städtenamen in den einstigen deutschen Gebieten, wie Ost- und Westpreußen, Pommern und Schlesien Sudetenland und wie Königsberg, Danzig, Stettin, Breslau oder Reichenberg und Eger.

Liebe Leserin, lieber Leser,

14 Millionen Deutsche mussten nach dem Zweiten Weltkrieg, den das verbrecherische NS-Regime entfesselt hatte, ihre Heimat in Ost- und Westpreußen, in Pommern und Ostbrandenburg, in Schlesien und im Sudetenland
sowie in Mittel-, Südost- und Osteuropa verlassen. Auch heute sind noch viele Menschen aus ethnischen und religiösen Gründen von Flucht und Vertreibungen betroffen. Wir wollen dazu beitragen, dass diese Verbrechen nicht vergessen werden, weil sie ein Teil der deutschen und europäischen Geschichte sind.

Sprechergruppe: Albrecht Kauschat, Josef Plahl und Otto Riedl

70 Jahre Charta der deutschen Heimatvertriebenen

Am 5. August 2020 jährt sich zum 70. Male die Verkündung der Charta der deutschen Heimatvertriebenen vom 5. August 1950, dem 5. Jahrestag des Potsdamer Abkommens der Siegermächte des Zweiten Weltkrieges.

Fünfzehn Millionen Deutsche haben durch Flucht und gewaltsame Vertreibung in den Jahren 1945 und 1946 sowie danach ihre Heimat in Ostmitteleuropa- und Südosteuropa verlassen müssen. Über zwei Millionen haben dabei den Tod gefunden.

Nur wenige Jahre nach der Katastrophe der schrecklichen Flucht und Vertreibung der Deutschen setzten sie mit der Unterzeichnung der Charta ein Zeichen der Versöhnung, das es bisher in der europäischen Geschichte nicht gegeben hat.

Im Bewusstsein der Verantwortung vor Gott und den Menschen, im Bewusstsein der Zugehörigkeit zum christlich-abendländischen Kulturkreis, im Bewusstsein des deutschen Volkstums und in der Erkenntnis der gemeinsamen Aufgabe aller europäischen Völker haben seinerzeit die Vertreter der ostdeutschen Landsmannschaften und der Vertriebenenverbänden nach reiflicher Überlegung und nach Prüfung ihres Gewissens beschlossen, dem deutschen Volk und der Weltöffentlichkeit gegenüber eine feierliche Erklärung abzugeben, die die Pflichten und Rechte festlegt, welche die deutschen Heimatvertriebenen als ihr Grundgesetz und als unumgängliche Voraussetzung für die Herbeiführung eines freien und geeinten Europas ansehen.

Die deutschen Heimatvertriebenen erklärten:

"Wir Heimatvertriebenen verzichten auf Rache und Vergeltung. Dieser Entschluss ist uns ernst und heilig im Gedenken an das unendliche Leid, welches im Besonderen das letzte Jahrzehnt über die Menschen gebracht hat.
Wir werden jedes Beginnen mit allen Kräften unterstützen, das auf die Schaffung eines geeinten Europas gerichtet ist, in dem die Völker ohne Furcht und Zwang leben können.
Wir werden durch harte, unermüdliche Arbeit teilnehmen am Wiederaufbau Deutschlands und Europas."

Die Heimatvertriebenen, die die Heimat verloren und das Schicksal der Flucht und Vertreibung erlitten und erlebt haben, fühlten sich auch berufen, zu verlangen, dass das Recht auf die Heimat als eines der von Gott geschenkten Grundrechte der Menschheit anerkannt und verwirklicht wird.

Mit der Charta wollten die deutschen Heimatvertriebenen die Weltöffentlichkeit auf das schwere Los der betroffenen Menschen aufmerksam machen und sie anmahnen nach ihren christlichen Pflichten und nach ihrem Gewissen zu handeln. Die Völker sollten erkennen, dass das Schicksal der deutschen Heimatvertriebenen wie aller Flüchtlinge, ein Weltproblem ist, dessen Lösung höchste sittliche Verantwortung und Verpflichtung zu gewaltigen Leistungen fordert. Sie riefen die Völker und Menschen auf, die guten Willens sind, Hand anzulegen ans Werk, damit aus Schuld, Unglück, Leid, Armut und Elend für alle ein Weg in die bessere Zukunft gefunden werde..

Die Charta ist geprägt aus der evangelischen Tradition sittlicher Verpflichtung für Deutschland, für Volk und Vaterland, die sich mit dem katholischen Naturrechtsdenken herrührt. Ihr Ideengehalt war keine reine Erfindung der Verfasser. Er war vielmehr weitgehend in der Diskussion führender intellektueller Kreise und Institutionen herangereift. Im Ganzen gesehen war die Charta jedoch ein beträchtlicher moralischer und politischer Gewinn, vor allem für die Hebung des Selbstvertrauens der Vertriebenen in die eigene Kraft.

Die damaligen Unterzeichner der Charta standen noch unter dem unmittelbaren Eindruck der völkerrechtswidrigen Massenvertreibungen. Die Teilnehmer und Augenzeugen, die an der Verkündung teilnahmen, ahnten nicht, welche geschichtlichen Auswirkungen die Charta auf Dauer haben wird. Verkündet wurde sie von einem jungen unbekannten Heimatvertriebenen in Gegenwart von Vizekanzler Franz Blücher.

Im 70. Jahr der Verkündung kann festgestellt werden, dass das Werk der Aufbauleistung gelungen ist. Die Menschen in Deutschland und in Europa haben zueinander gefunden und leben in Frieden zusammen. Auf die solidarische Bewältigung der Folgen der Flucht und der Vertreibung können die Menschen in unserem Vaterland stolz sein (JP).

Bis 1948 war den Vertriebenen auch in den Westzonen die Bildung von politischen Organisationen verboten. Früher erlaubt waren kirchliche und rein karitative Zusammenschlüsse.
Auf Grund von früheren Vorarbeiten von Richard Reitzner, Hans Schütz, Emil Franzel und Walter Becher wurde im Juli 1947 der Vorläufer des Sudetendeutschen Rates, die „Arbeitsgemeinschaft zur Wahrung sudeten-deutscher Interessen“ gegründet.
Im April 1948 genehmigte die US-Militärregierung in Bayern die Bildung eines ersten sudetendeutschen Kreisverbandes. In Heppenheim wurde im
Juni 1948 ein „Sudetendeutscher Ausschuss“ gegründet und in Detmold entstand im November 1948 die „Arbeitsgemeinschaft sudetendeutscher Landsmannschaften in der britischen Zone“.
Im Januar 1949 wurde der Landesverband der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Bayern gegründet. Im Januar 1950 bildete sich der Bundesverband der Sudetendeutschen Landsmannschaft, der sich als überparteiliche „Gestaltung“ der Volksgruppe außerhalb der angestammten Heimat versteht.
Das Wiesbadener Abkommen ist eine Vereinbarung zwischen dem antikommunistisch-demokratischen Tschechischen Nationalausschuss und der Arbeitsgemeinschaft zur Wahrung sudetendeutscher Interessen (seit 1955 Sudetendeutscher Rat). Von Anfang an verpflichteten sich die deutschen Vertriebenen zum Gewaltverzicht und damit zum Dialog. Die Vertreter beider Völker erklärten ihre Bereitschaft zu einer neuen Partnerschaft.

70 Jahre Wiesbadener Abkommen vom 4. August 1950