Vor 100 Jahren, am 20. März 1921, fand in Oberschlesien eine Volksabstimmung statt. Nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg war in dem Versailler Vertrag vorgesehen, dass ganz Oberschlesien dem wieder errichteten polnischen Staat ohne Volksabstimmung zugesprochen werden sollte. Aufgrund von Protesten der deutschen Bevölkerung und britscher Einflussnahme kam es zu einer Volksabstimmung. Bei dem Plebiszit votierte die Bevölkerung mit 60 Prozent für den Verbleib beim Deutschen Reich, 40 Prozent für den Anschluss an Polen.

Polen war mit der Volksabstimmung nicht einverstanden, so dass die Spannungen in Oberschlesien fast drei Jahre lang andauerten. Schließlich kam es zu bewaffneten Kämpfen seitens der Polen. Die Deutschen organisierten sich im Selbstschutz und deutsche Freiwillige eroberten am 21. Mai 1921 den von den Polen besetzten Annaberg.

Über die endgültige Teilung des Gebietes entschied der Oberste Rat der Alliierten im Jahre 1922. Er entschied, dass ca. 70 Prozent des Abstimmungsgebietes dem Deutschen Reich und ca. 30 Prozent Polen zugeteilt wurden. Die wirtschaftlich wichtigsten Teile des Industriegebietes mit den Städten Bismarck, Kattowitz, Königshütte, Myslowitz und Rybnik kamen an Polen.

Das Hultschiner Ländchen - der Südteil des Landkreises Ratibor - war bereits Ende 1918 von der einstigen Tschechoslowakei militärisch besetzt und im September 1919 diesem Staat zugeteilt worden. in einer freien Volksabstimmung votierten 97,7 Prozent der Bevölkerung für Deutschland.

Der deutschgebliebene Teil Oberschlesiens votierte in einer Volksabstimmung mit 90 Prozent für den Verbleib bei Preußen.

Das österreichische Kronland Österreich - Schlesien kam nach dem Ersten Weltkrieg überwiegend an den damals neu gegründeten Staat Tschechoslowakei, ein kleiner Teil an Polen.

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