Über die Auszeichnung als Weltkulturerbe von Karlsbad, Marienbad und Franzensbad im westböhmischen Bäderdreieck (dem Egerland) freuen sich Otto Riedl (Löhnberg), Kreisobmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft, und Josef Plahl (Weilburg), Vorsitzender des BdV Kreisverbandes Limburg - Weilburg. Otto Riedl stammt aus Langlamnitz, unweit von Karlsbad, und Josef Plahl kommt aus Sandau, ehemaliger Kreis Marienbad.

Die Quelle in Karlsbad, so Otto Riedl, sei Anfang des 14. Jahrhunderts entdeckt, zum Kurort ausgebaut worden, so dass Kaiser Kari IV. ihm 1370 die Stadtrechte verliehen habe. Die Stadt sei bekannt wegen der heißen Quellen, vor allem dem „Sprudel“, aus dem 72,3 Grad heißes Heilwasser in einer Fontäne schieße. Bekannte Kurgäste waren Zar Peter der Große, Ludwig van Beethoven, Friedrich Schiller, Robert Schumann und der deutsche Dichterfürst Johann von Goethe, der sich auch in Marienbad und Franzensbad zu Kuren aufhielt. Allseits bekannt seien die „Karlsbader Oblaten“ und der „Karlsbader Becherbitter/Becherovka“.

Marienbad ist auf Initiative des Abtes Karl Reitenberger vom Prämonstratenser -kloster Tepl gegründet worden und ist das jüngste der drei Bäder. Es wurde 1818 als solches anerkannt und hat um 40 kalte Quellen. Die bekannteste ist die Marienquelle, nach der der Ort benannt ist. Ihr Wasser beinhaltet sehr viel Kohlendioxid, was wiederum die Wundheilung fördert. Josef Plahl sagte, die Stadt Marienbad besitze zahlreiche prächtige Bauten, von denen die klassizistische Kolonnade über der Kreuzquelle zu erwähnen sei. Der treueste Kurgast Marienbads war der englische König Eduard VII., der folgendes schrieb: „Ich habe ganz Indien, Ceylon und alle Badeorte Europas bereist, aber nirgends auf der Welt hat mich die Poesie der wunderschönen Natur so gepackt wie hier in Marienbad“. 1904 fand zwischen ihn und Kaiser Fran-Josef I. in Marienbad eine gemeinsame Begegnung statt. Bei einer der letzten Aufenthalte in der Kurstadt verfasste Johann Wolfgang von Goethe die Marienbader Elegie.

Franzensbad ist der kleinste Kurort im westböhmischen Bäderdreieck. Schon im Mittelalter war das Wasser aus den Heilquellen von Franzensbad als „Egerwasser“ bekannt. Kaiser Franz II. ließ 1793 den Ort als Kurort ausbauen, der nach ihm benannt wurde. Bekannt wurde Franzensbad für seine schwefel- und eisenhaltigen Moorbäder. Beliebt war der Badeort beim Hause Habsburg. Nach der Wende stellte man im Kurpark die alten Denkmäler der Habsburger wieder auf

Otto Riedl und Josef Plahl sind der Meinung, das Egerland liege in der Mitte Europas und sei gut zu erreichen. Mit seiner „Egerländer Musik“ und der „Egerländer Küche“ habe es einen hohen und eindrucksvollen Bekanntheitsgrad erreicht. Durch die Aufnahme als Weltkulturerbe hat das Land eine weitere Wertschätzung erfahren, wertvolles Kulturgut bleibt erhalten und der nachfolgenden Generationen vermittelt werden.

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