Bei wunderschönen Herbstwetter machte die Kreisvereinigung der Senioren-Union einen Ausflug zur Straußenfarm Sabel in Thalheim.
Der Vorsitzende Siegfried Schardt begrüßte die anwesenden Teilnehmer und ganz besonders den für den Wahlkreis Rheingau-Taunus/Limburg direkt gewählten Klaus-Peter Willsch MdB. Herr Willsch erklärte, dass der Besuch auf der Straußenfarm Sabel schon lange auf seiner Agenda stand und er sich sehr über die Einladung gefreut hat.
Heinz Sabel hatte sich ausnahmsweise bereit erklärt, die kleine Gruppe zu führen. Mit einer kleinen Bahn ging es dann auf das Gelände. Hier wurde folgendes von Heinz Sabel berichtet:
Der Strauß ist ein flugunfähiger Laufvogel. Hähne erreichen Gewichte zwischen 100 und 150 kg bei einer Körpergröße (Kopf bis Fuß) von über 2 m. Hennen sind etwas kleiner. Sie bringen 90 bis 110 kg auf die Waage und erreichen eine Körpergröße von bis zu 2 m. Ein laufender Strauß erreicht Geschwindigkeiten von 60-70 km/h.
Strauße leben in freier Wildbahn in Gruppen. Diese bestehen aus 2 bis 3 Hennen und einem Hahn. Hennen besitzen ein graues Gefieder. Erwachsene Hähne sind an ihrem schwarzen Gefieder mit weißen Schwungfedern zu erkennen.
Die Straußen-Rassen
Der Rothalsstrauß lebt überwiegend in der freien Wildbahn.
Beim Schwarzhalsstrauß handelt es sich um die kleinste der 3 Straußenrassen.
Der Blauhalsstrauß ist etwas größer als der schwarzhalsige Artgenosse. Die Hähne haben während der Paarungszeit einen rot gefärbten Schnabel und ebenfalls bis zum Knie rote Beine (Bild 3 und oben). Blauhalsstrauße setzen mehr Fleisch an als Schwarzhalsstrauße und kommen bevorzugt in der Fleischproduktion. Diese Rasse wird auch auf dieser Farm gehalten.
Herr Sabel erklärte uns, dass der Geschmack von Straußenfleisch ist schwer zu beschreiben sei. Er erinnert an Rinderfilet, aber auch ein wenig an Ente oder auch Pute. Auch die sehr dunkelrote Farbe ähnelt magerem Rind- oder Wildfleisch. Deshalb erwarten die Leute einen gewissen Biss. Doch sie täuschen sich. Straußenfleisch ist extrem mager und zart. Es zergeht auf der Zunge – vorausgesetzt, es wurde richtig zubereitet. Straußenfleisch ist fett- und cholesterinarm.
Nach der Absolvierung des Straußenzuchtseminars und der erfolgreichen Teilnahme an der Prüfung konnte es losgehen. Die strengen Auflagen der Tierschutzbehörde wurden alle umgesetzt und zu deren Zufriedenheit erfüllt. Dazu gehören z.B. geeignete Stallungen, in denen die Tiere Unterschlupf finden können, eine gewisse Größe der Gehege mit doppelter Umzäunung und vieles mehr.
„Im Sommer 2012 haben wir die ersten 56 Jungtiere und zusätzlich 3 große Tiere auf unsere Farm geholt. Das Futter stellen wir selbst aus verschiedenen Körnern in unserer Mühle her.“, erklärt Sabel.
Aktuell befinden sich ca. 60 Tiere auf der Farm.
Die Küken werden zugekauft. Die eigenen Straußeneier werden verkauft.
Straußeneier haben ca 1,5 bis 2 kg Gewicht, das entspricht in etwa der Menge von 20 bis 30 Hühnereiern.
In dem Hofladen, wo man das Straußenfleisch kaufen kann, gibt es auch:
schöne, handgefertigte Artikel vom Thalheimer Strauß - aus Straußenleder oder Straußenbeinleder in verschiedenen Farben gefertigt, z.B. Gürtel nach Maß, Armbänder mit Magnetverschluss, Hundehalsbänder nach Maß, Taschen in verschiedenen Ausführungen, Geldbörsen in verschiedenen Größen.
Nach der Besichtigung, wo die Teilnehmer viel Wissenswertes erfahren hatten, ging es weiter nach Wilsenroth ins Dorfmuseum.
Hier erwartete uns bereits der 1. Vorsitzende des Museums- und Kulturverein e.V. Herr Beno Schopf.
Herr Schopf nahm uns mit auf eine Reise in die Vergangenheit:
Wir erfuhren, dass auf der Dornburg die Kelten lebten, was es mit dem ewigen Eis auf sich hat, dass dort eine Brauerei ihr Glück versucht hat, dass die Dornburg zum großen Teil zu Schottergewinnung abgetragen wurde. Vor der Schließung wurden noch große Mengen bei der ICE-Trasse Köln-Frankfurt eingebaut. Ein Model eines Steinbrechers wurde uns erklärt und dass die Menschen in dieser Region ein bescheidenes Einkommen erreichten durch ihre regelmäßige Arbeit im Steinbruch. Viele alte Werkzeuge aus der Schmiede oder der Landwirtschaft waren zu bestaunen. Wir bekamen einen Einblick in die Geschichte Wilsenroths, zu welchem Kirchspiel der Ort gehörte, dass er Zankapfel der politischen Mächte wurde und wie ein Schulneubau einem neuen Pfarrhaus zum Opfer gefallen ist.
Nach dieser wunderschönen Reise in die Vergangenheit, wurde zum Ausklang des erlebnisreichen Tages, noch bei einem Vorstandmitglied im Garten Kaffee getrunken.
Hier wurde das Fazit gezogen, das es wieder ein sehr schön Tag war, der von der Senioren-Union organisiert wurde. Unser Dank gilt den Organisatoren.

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