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Dörfliche Infrastruktur und europäische Perspektiven - Staatssekretär Mark Weinmeister zu Gast bei JHV der CDU-Senioren

Runkel-Schadeck. Bei der Jahreshauptversammlung des Kreisverbandes der Senioren-Union standen die Grundversorgung der älteren Dorfbevölkerung und die Zukunft Europas im Zentrum. Hauptredner Mark Weinmeister legte dar, warum bei der anstehenden Europawahl entschieden wird, ob wir die Einigkeit des Kontinents verlieren oder fortschreiben. Deshalb sei der Urnengang am 26. Mai wichtiger denn je.

„Unter den Bewerbern für das Europäische Parlament sind so viele EU-Gegner, wie noch nie“, betonte Weinmeister. Es sei ihm völlig unbegreiflich, dass sich Menschen wählen lassen möchten für etwas, das sie im Grunde ablehnen.

Der Wohlstand von Hessen sei Großteils den internationalen Beziehungen geschuldet; ob nun durch den Flughafen, die beiden Automobilkonzerne oder die starke chemisch-pharmazeutische Industrie. 70 Prozent der hier produzierten Waren würden ins Ausland verkauft, etwa Zweidrittel davon in Länder der EU. „Wir leben von einem Binnenmarkt mit 510 Mio. Menschen, der frei ist von Zöllen und Handelsbeschränkungen und der auf der Grundlage gemeinsamer Regeln und Standards funktioniert.“

Natürlich gäbe es auf der Weltbühne Akteure wie Putin oder Trump, die Interesse an Disharmonie in der Europäischen Union haben, um die eigene Position zu stärken. Selbst die die Zusammenarbeit unter den EU-Staaten sei nicht optimal, bedauerte Weinmeister und sprach beispielhaft Polen, Ungarn oder Italien an. „Wir dürfen den Grundgedanken des Kompromisses nicht verlieren“, fordert er. Bei der Europawahl ginge um die Bildung von Mehrheiten, um Lösungen anzustreben, in denen sich jeder wiederfinden kann. „Nicht die Krümmung der Gurke ist relevant, sondern ob wir die friedenssichernde Konstellation auf unserem Kontinent in die Zukunft retten können“, schloss Weinmeister seinen Vortrag.

In der anschließenden Diskussion ging es um die deutschen Werte wie Fleiß und Sparsamkeit, den Erhalt des Meisterbriefes oder um Zukunftstechnologien für die Mobilität. Der hessischen Regierung sei klar, dass unser Wohlstand nur gehalten werden könne, wenn wir besser sind als andere, resümierte der prominente Gast. Deshalb sei ja auch der Forschungsrahmenplan deutlich erhöht worden.

Um die Zukunftsentwicklung im Kleinen ging es in den Darlegungen von Peter Püchner (Gaudernbach) und Klemens Schlimm (Wilsenroth), beide aus dem Arbeitskreis Daseinsvorsorge. Unter Leitung des SU-Vorsitzenden Siegfried Schardt habe man verschiedene Dorfläden in der näheren Umgebung angeschaut und sich über die Geschäftsmodelle informiert. Da gäbe es gemeinnützige oder wirtschaftliche Vereine als Träger. Auch die Gemeinde als Betreiber eines kleinen Vollsortimenters sei denkbar, um die ältere Bevölkerung zu versorgen und einen sozialen Treffpunkt zu schaffen. „Wir beklagen den Wegfall der Infrastruktur in den Dörfern - auch solche Einrichtungen wie Post oder Banken, die in die kommunale Zuständigkeit fallen“, so Schlimm. Die Kommunen würden schlicht verkümmern, wenn zu viele Elemente abgebaut werden.

Der Landkreis habe über Fördermöglichkeiten für die Dorfläden informiert, doch brauche es auch Unterstützung aus den Ortsgemeinden. Neben den positiven Rahmenbedingen der Politik müsse auch die Bevölkerung bereit sein, ein solches Projekt mitzutragen. Schlimm warnte vor Blauäugigkeit: Manche Versuche seien schon kläglich gescheitert. Doch gäbe es auch Positiv-Beispiele. Wenn das Angebot an Waren und Dienstleistungen stimmt, dann könne so etwas auch funktionieren.

Am Ende der Versammlung stellt Ingeborg Drossard-Gintner das Programm der ab dem 31.3. geplanten 4-Tages-Reise nach Brüssel vor. Es gibt noch ein paar freie Plätze.