Mit Selbstvertrauen, Mut und Zivilcourage eine Ausbildung im Handwerk anfangen!

Die Kreis Frauen Union Limburg-Weilburg hat zum diesjährigen Internationalen Frauentag
eine sehr gut besuchte Online - Diskussionsrunde mit Frau Susanne Haus, Präsidentin der
Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main, zum Thema: „Handwerk macht Zukunft!“
veranstaltet.
Die Kreisvorsitzende der Frauen Union, Christine Zips, weist eingangs darauf hin, dass der
Internationale Frauentag für Frauen ein besonderer Tag ist.
Der 8. März ist ein Tag für die Rechte der Frauen und ein Symbol für die Gleichberechtigung
zwischen Mann und Frau. Die FU fordere aktuell die Abschaffung der Steuerklasse V mit
dem Ziel „ Mehr Netto vom Brutto !“ zu erzielen. Denn Frauen verdienen mehr monatlich
verfügbares Einkommen, mehr als das Nettogehalt bei Steuerklasse V und mehr
Wertschätzung ihrer Arbeit. Die Steuerklasse V bedeute eine hohe monatliche Steuerlast
und einen geringeren Nettolohn vom Brutto.
Christine Zips stellt weiter fest, dass Frauen wesentlich zum Erfolg von Handwerksbetrieben
beitragen, ob als Auszubildende, Gesellin, selbstständige Unternehmerin, Meisterin oder
Gründerin. Die Karrierechancen und die Entwicklungschancen für Frauen sind im Handwerk
exzellent.
Frau Susanne Haus ist vor wenigen Monaten als erste Frau zur Präsidentin der
Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main gewählt worden. Sie habe mit ihrer
beeindruckenden beruflichen Laufbahn den Grundstein für eine imposante vorzeigbare
Karriere bis zu ihrer Präsidentschaft gelegt, so Christine Zips. Da sind der erfolgreiche
Abschluss zur Maler- und Lackiererin, Jahre der Gesellinnentätigkeit, Meisterschule,
Restauratorin im Maler- und Lackiererhandwerk, Betriebswirtin im Handwerk bis hin zur
Selbstständigkeit eines Unternehmens, Vereidigte Sachverständige im Lackiererhandwerk.
Dazu kommen zahlreiche ehrenamtliche Mitgliedschaften.
Frau Haus leitet als Malermeisterin in dritter Generation einen Familienbetrieb in
Bischofsheim. Sie habe nie darüber nachgedacht, ob sie als Frau ein Handwerk ausüben
könne. Sie sei einfach ihrer Leidenschaft gefolgt.
Die Präsidentin bedauert, dass viele Handwerksberufe mit Ausnahme des Friseurs und
Kosmetikers noch von Männern dominiert seien. Dabei gehe es im Handwerk nicht nur um
Kraft, sondern auch um Köpfchen. In einigen Berufen wie Maler oder Tischler seien Frauen
aber auf dem Vormarsch. Susanne Haus hat die Erfahrung gemacht, dass Frauen, die in
Männerdomänen arbeiten, dort oft sehr gute Leistungen vorweisen, weil sie sich sehr
bewusst für ihren Beruf entschieden hätten.
Dem Fachkräftemangel im Handwerk müsse unbedingt entgegengewirkt werden, fordert
Susanne Haus. In ihrem Kammerbezirk gäbe es modern ausgestattete Ausbildungszentren.
Wer also Facharbeiter von morgen ausbilden wolle, benötige dafür auch die Technologien von morgen. Wenn diese vorhanden seien, hätten auch mehr junge Menschen Lust auf
Handwerk, so Susanne Haus.
Für die FU Kreisvorsitzende Christine Zips ist die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe für
Unternehmen ein Schlüssel zum Erfolg. Die Ausgebildeten fehlen in den Betrieben
spätestens dann, wenn die älteren Arbeitnehmer in die Rente gehen. Ohne Auszubildende
keine Gesellen, keine Meister und das sind wir schnell beim Fachkräftemangel. An dieser
Stelle sagt die Kommunalpolitikerin einen großen Dank an alle Verantwortlichen in der
Ausbildung.
Susanne Haus hält es für notwendig, dass berufliche und akademische Ausbildungen künftig
in Deutschland auf gleicher Augenhöhe abliefen. Deshalb fördere sie in Frankfurt einen
hochmodernen Campus für berufliche Bildung als Leuchtturmprojekt für den Bund, in dem
theoretische und praktische Ausbildung noch enger verzahnt werden könnten.
Stefan Laßmann, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Limburg-Weilburg sieht den
„Akademisierungswahn“ unserer Gesellschaft mit großer Sorge. Viele Familien ließen ihre
Kinder unbedingt studieren, obwohl viele Jugendliche eher praktisch veranlagt seien.
Willi Hamm, Kreisvorsitzender der Mittelstandsvereinigung der CDU meinte, dass vielen
Betrieben die Auszubildenden fehlen. Deshalb sollte man mehr auf Frauen setzen!
Monika Sommer, HGF der Industrie- und Handelskammer Limburg-Weilburg, bemängelte,
dass Werbekampagnen zu oft zu sehr auf junge Männer ausgelegt seien.
Christine Zips fordert im Namen der Kreis Frauen Union Limburg-Weilburg zum Abschluss
der sehr informativen Talkrunde mehr gesellschaftlichen Respekt gegenüber dem Handwerk
und den Ausbildungsberufen. Wir sind stolz auf unsere Handwerksbetriebe, unsere
Unternehmerinnen und Unternehmer, die Auftrags- und Umsatzrückgängen mit
individuellen Lösungen in der Pandemie begegnet sind und immer noch begegnen.
Wir brauchen die Frauen in unserem Handwerk, mit ihrem Können, ihrem Engagement,
ihrer Familien- Lebens- und Berufserfahrung, ihren Beurteilungen, ihren Ideen.
Also mehr Frauen ins Handwerk!

Christine Zips
Kreisvorsitzende
Frauen Union Limburg-Weilburg
Tel. 06471 – 7594
E-Mail: christine.zips@t-online.de

Die Veranstaltung wurde aufgezeichnet und somit können Sie diese nachträglich über unserer Facebook-Seite streamen.

Auch ein Vertreter der Nassauische Neue Presse hat teilgenommen. Den Bericht zu der Veranstaltung finden Sie unter folgendem Link:
https://www.fnp.de/lokales/limburg-weilburg/limburg-ort511172/mehr-frauen-ins-handwerk-90233403.html

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