Foto: Christine Zips, privat

v.l. Christine Zips, Elke Baccari, Gislinde Hohlwein, Susanne Schneider, Tarik Cinar, Gabriele Kramp, Inge Drossard-Gintner

Mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den heimischen Arbeitsmarkt hat sich jetzt der Vorstand der Frauen Union Limburg-Weilburg beschäftigt.
Die Kreisvorsitzende Christine Zips wies darauf hin, dass die Corona-Krise mit unterbrochenen Lieferketten die deutsche Wirtschaft, den privaten Konsum und vor allem den Arbeitsmarkt belastet hat. Ausgangsbeschränkungen, geschlossene Grenzen und Geschäfte haben das Wirtschaftsleben stark beeinträchtigt.
Vor diesem Hintergrund haben die CDU Frauen als Experten Ralf Fischer, Sprecher der Arbeitsagentur Limburg-Wetzlar, zu einem Gedankenaustausch eingeladen.
Ralf Fischer berichtete, dass die Arbeitslosigkeit zwar im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 gestiegen sei, bei weitem aber nicht die Dimensionen der Finanz- und Wirtschaftskrise 2009 oder bei Einführung der Hartz-IV-Gesetze erreicht habe.
Damals im Juni 2005 seien 8.289 Arbeitslose registriert gewesen – doppelt so viele wie im letzten Monat. Die Kurzarbeit habe deutlich dazu beigetragen, die Beschäftigungslage zu stabilisieren und eine Zunahme der Arbeitslosigkeit zu verhindern. Die Kurzarbeit biete ferner den Vorteil, dass Unternehmen bei Auftragseingang sofort wieder mit dem eingearbeiteten Personal weiterarbeiten können. Für die Arbeitsagentur sei es außerordentlich wichtig gewesen, das Kurzarbeitergeld schnell auszuzahlen, um die Zahlungsfähigkeit der Unternehmen zu sichern, da die Unternehmen das Kurzarbeitergeld vorfinanzieren.
Ralf Fischer betonte, dazu habe man bundesweit innerhalb kürzester Zeit 12.000 Mitarbeiter intern umgesetzt bzw. befristet eingestellt und geschult. Im April letzten Jahres erreichte die Zahl der Kurzarbeiter im Kreisgebiet mit knapp 8.000 Betroffenen (14,2 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten) den Höchststand. Seit Juli 2020 würde die Kurzarbeiterzahl zwischen 3.000 und 4.000 Beschäftigten mit erwartet sinkender Tendenz pendeln. Der durchschnittliche Arbeitsausfall eines Kurzarbeitenden betrage rund 46 Prozent. Besonders betroffen von der Kurzarbeit seien Handel, Gastronomie und das verarbeitende Gewerbe. Die Hälfte der Kurzarbeitenden sind Frauen.
Erfreulich sei, dass die Zahl der Firmeninsolvenzen auf dem Niveau der Vorjahre verharre, sagte Fischer. Während die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Bundesgebiet und Hessen im Dezember 2020 im Vorjahresvergleich abgenommen habe, seien im Landkreis Limburg-Weilburg im gleichen Zeitraum 785 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen worden. Das bedeutet einen erfreulichen Beschäftigungszuwachs von 1,4 Prozent.
Wenn man nur die Ausländer betrachtet, ist hier ein Beschäftigungszuwachs von 5,5 Prozent festzustellen. Die Arbeitsagentur sieht vor allem die erfolgreiche berufliche Integration geflüchteter Menschen maßgebend für diese Entwicklung. Die größten Beschäftigungsgewinne verzeichneten der Handel (+277), das Verkehrs- und Lagereiwesen (+247) sowie das Gesundheitswesen (+148). Die Kommunalpolitikerinnen begrüßten diese Entwicklung, dass damit auch Branchen wachsen, in denen traditionell Frauen beschäftigt sind, so Christine Zips.
Ein besonderer Blick der CDU Frauen galt der beruflichen Ausbildung. Während bei den gemeldeten Lehrstellen bis Juni hessenweit ein Rückgang von 6,2 Prozent hingenommen werden musste, verzeichnet Limburg-Weilburg im Vorjahresvergleich ein Plus von 7,0 Prozent. Bei den gemeldeten Bewerbern ging die Zahl im Kreisgebiet um 5,2 Prozent zurück, hessenweit ist ein Rückgang um 10,0 Prozent zu konstatieren.
Die Frauen-Union beklagt, dass nach wie vor viele Mädchen bei der Berufswahl sogenannte Monoberufe bevorzugen, die kaum Aufstiegschancen bieten und zudem unterdurchschnittlich entlohnt werden. Auch deshalb appelliert Christine Zips an die Frauen die Chancen einer beruflichen Qualifikation verstärkt zu nutzen, die in unserem Landkreis breitgefächert angeboten wird.
Die CDU Frauen resümieren, dass der heimische Arbeitsmarkt erfreulicherweise bislang vergleichsweise gut durch die Pandemie gekommen sei. Es sei von dem Experten Ralf Fischer deutlich dargestellt worden, dass dies vor allem auf die Wirtschaftsstruktur zurückzuführen sei, die in hohem Maße von familiengeführten klein- und mittelständischen Unternehmen gekennzeichnet sei. Diese Unternehmensstrukturen könnten flexibler auf sich kurzfristig ändernde Bedingungen reagieren und hielten erfahrungsgemäß lange an ihren Mitarbeitern fest.

Christine Zips
Kreisvorsitzende Frauen Union Limburg-Weilburg

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag