In der deutschen Museumslandschaft nimmt das Dokumentationszentrum der Bundesstiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ in der Bundeshauptstadt Berlin einen besonderen Stellenwert ein. Es wurde am 28. Juni 2021 unter Corona bedingten Auflagen eröffnet.

Das Dokumentationszentrum beinhaltet eine bemerkenswerte Dokumentensammlung deutscher und europäischer Geschichte und ist ein Meilenstein deutscher Erinnerungspolitik. Spät gibt es für die deutschen Flüchtlinge und Heimatvertriebenen und ihrer Angehörigen mitten in der Hauptstadt einen würdigen Ort, in dem an ihr millionenfaches Leid und Schicksal erinnert wird.

Bundeskanzlerin Angela Merkel war bei der Eröffnung live zugeschaltet, sie sagte: „Um die richtigen Lehren aus der Geschichte ziehen zu können, müssen wir die Erinnerung an vergangenes Leid wachhalten. Erinnerung braucht Raum. Erinnerung braucht Orte der Information und Orte des Austauschs. Einen solchen Ort haben wir mit dem Dokumentationszentrum gewonnen“.

Die Wurzeln dieser Initiative liegen beim Bund der Vertriebenen und in der Gründung der Stiftung „Zentrum gegen Vertreibungen“ durch Erika Steinbach (bis 2017 CDU) und Peter Glotz (+ SPD) zu Beginn der 2 000er Jahre. Es war das Ansinnen, in Berlin ein „Sichtbares Zeichen“ zur Erinnerung an Schicksal und Geschichte der deutschen Flüchtlinge und Heimatvertriebenen zu setzten.

Mit der Gründung der staatlichen Stiftung 2008 und der Grundsteinlegung für die Dauerausstellung im Berliner Deutschlandhaus 2012 wurden wichtige Meilensteine gesetzt. Wort gehalten haben die Union der Vertriebenen und die CDU/CSU- .Bundestagsfraktion.

In ihrer Eröffnungsrede sagte Staatsministerin Prof. Monika Grütters: „Die Vielstimmigkeit des Erinnerns quer durch Europa konstatiert und eine homogene europäische Erinnerungskultur für unmöglich und nun Erinnerungsaustausche für möglich erklärt“.

Dr. Gundula Baverdamm, Direktorin der Stiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“, hat als Hausherrin das Konzept der Ausstellung vorgestellt und durch die Räume geführt.

An der Eröffnung nahmen teil: Altbundespräsident Joachim Gauck, Altbundestagspräsident Wolfgang Thierse, der tschechische Botschafter Tomas Kafka, der polnische Botschafter Andrey Przlebski, der ungarische Botschafter Peter Györkös , BdV – Präsident Dr. Bernd Fabritius und der Parlamentarischer Staatssekretär Stephan Mayer. Stellvertretend für alle Opfer berichtete die Sudetendeutsche Christine Rösch (92 Jahre) von ihrer Vertreibung aus der Heimat.

Das Dokumentationszentrum liegt mitten in Berlin in der Nähe des Anhalter Bahnhofs. Es ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen. Öffnungszeiten sind:

Dienstag bis Sonntag von 10.00 bis 19.00 Uhr. Eintritt ist frei.

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