Gut besuchte Veranstaltung auf dem Elkenhof in Weinbach

Unter dem Motto „Landwirtschaft im Miteinander“ organisierte die CDU-Kreistagsfraktion Limburg-Weilburg einen lebendigen Hoftag auf dem Elkenhof der Familie Hölz in Weinbach. Bei sonnigem Wetter kamen zahlreiche Besucher in den Genuss eines Vortrags zweier Fachreferenten, die einen Diskurs zwischen ökologischer und konventioneller Landwirtschaft vorstellten. „Die CDU möchte Ihnen die Möglichkeit geben, sich zu informieren, Landwirtschaft aus jeder Sicht zu betrachten und gemeinsam mit der Politik und den beiden Referenten zu diskutieren. Die Landwirtschaft sichert unser aller Lebensgrundlagen“. Mit diesen Worten eröffnete der Fraktionsvorsitzende Christian Wendel die Veranstaltung und dankte den Landwirten ausdrücklich für ihre wichtige Arbeit.

„In der aktuellen Diskussion und öffentlichen Wahrnehmung steht die Landwirtschaft verstärkt in der Kritik. Bürgerinnen, Bürger und Institutionen sehen die Landwirtschaft in erster Linie in der Pflicht hinsichtlich der notwenigen Bemühungen, die Klimaschutzziele zu erreichen und kritisieren dabei oft nicht sachgerecht. Ferner würden in einschlägigen Talksendungen, teilweise aber auch aus der Wissenschaft und aus den Reihen einiger politischer Akteure, einfache und schnelle Lösungen dahingehend vermittelt, dass die Landwirtschaft sich doch schnell ändern müsse“, so Bürgermeister Thomas Scholz, Moderator der Veranstaltung. Scholz spielt in seiner Eröffnung den beiden Referenten den Ball mit der These zu: „Haben nicht wir Bürgerinnen und Bürger als Konsumenten und Verbraucher, durch unser eigenes Verhalten, beim Essen, unserem Freizeitverhalten, der Mobilität und der eigenen Freiheit, die Verantwortung für unsere Umwelt, selbst ein Stück weit in der Hand?“

Konkret benannt wurden die Herausforderungen: Bäuerliches Einkommen verbessern, Erträge erhöhen, Umweltschäden vermeiden, Biodiversität fördern, attraktive Landschaften pflegen, Tiere artgerecht halten und gute Lebensmittel erzeugen. Einig war man sich von vorneherein, dass „Multifunktionalität“ eine wichtige Qualität jeder zukünftigen Landwirtschaft ist, um ressourcenschonende und klimafreundliche Alternativen zu entwickeln.

Diese Ziele verfolgen sowohl die ökologische als auch die konventionelle Landwirtschaft. Der Unterschied zwischen beiden Nutzungsformen, liegt in der Verarbeitung, im Ertrag und im Flächenverbrauch.

Die beiden Gastreferenten, Leslie Risch, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Forschungsinstitut für biologischen Landbau, Frankfurt am Main und Dr. Dirk Augustin, Leiter der Versuchswissenschaften, Georg-August-Universität Göttingen, brachten sodann viele Gemeinsamkeiten zum Vorschein. Frau Risch stellt die Stärken und Schwächen des ökologischen Landbaus dar und ging detailliert auf den Öko Aktionsplan Hessen ein. „2020 zählen wir 35.396 Betriebe. Der Anteil der Ökofläche beträgt im Jahr 2020 bereits 10,3 %“, so Risch. Hessen liegt dabei mit 15,9 % hinter Bremen, Berlin, und dem Saarland auf Platz 3. Die Stärken des Ökolandbaus sieht Frau Risch in erster Linie in der Biodiversität, der positiven Auswirkungen auf den genutzten Boden, die Ressourceneffizienz und die positiven Auswirkungen auf die Tiergesundheit.

Dirk Augustin verdeutlichte in seinem Grundsatzreferat, dass die Treibhausgase, die die Landwirtschaft freisetzt, unmittelbar aus den natürlichen Prozessen der Nahrungsmittelerzeugung stammen. Während es an anderer Stelle recht einfach ist, den Ausstoß solcher Gase zu reduzieren – etwa durch einen Verzicht auf Flugreisen oder Autofahrten – ist ein Verzicht auf Lebensmittel nicht darzustellen. Klimaschutzmaßnahmen in der Landwirtschaft sind deshalb darauf ausgelegt, die benötigten Nahrungsmittel so klimaeffizient wie möglich zu produzieren. 2018 stammten 7 Prozent der deutschen Gesamtemissionen an Treibhausgasen aus der Landwirtschaft. Dieser Anteil ist geringer als im Durchschnitt der EU (10 Prozent).

Der Anteil wird weiter abnehmen, denn geringere Tierbestände und Effizienzsteigerungen in der landwirtschaftlichen Erzeugung haben dazu geführt, dass die Treibhausgasemissionen gesenkt und gleichzeitig die Produktion gesteigert werden konnte. Die Landwirtschaft produziert heute mehr und belastet das Klima dabei deutlich weniger als noch 1990.

Es waren sich beide Referenten einig, dass es beide Bewirtschaftungsformen braucht, um den Anteil der Landwirtschaft an den Treibhausgasen zu reduzieren. Sie werden sich zunehmend annähern und aus den Erkenntnissen wechselseitig profitieren – so die Referenten. Es gehe hier eindeutig nicht um ein „entweder oder“ sondern um einen neuen differenzierten Blick auf die Formen der Landwirtschaft. Insbesondere müssten auch die jeweiligen regionalen Gegebenheiten berücksichtigt werden.

-Tobias Grän, Sprecher des Arbeitskreises Umwelt, Energie und Landwirtschaft, führte aus, dass sein Arbeitskreis den Bürgerinnen und Bürgern im Landkreis Limburg-Weilburg mit den aktuellen und weiteren Veranstaltungen transparent einen Überblick über die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse im Themenfeld der Landwirtschaft ermöglichen möchte. Das heißt in der gemeinsamen Herangehensweise und in der Kombination von sich ergänzenden Aktivitäten aus den unterschiedlichen Interessensgebieten, der konventionellen genauso wie der ökologisch betriebenen Landwirtschaft, mittels Hebelwirkung bessere Ergebnisse erreichen zu können.

Dabei darf man nicht einzelne Berufsgruppen an den Pranger stellen. Wir brauchen die Landwirtschaft, um uns gesund und nachhaltig ernähren zu können. Das ist eines der wichtigsten Ziele in unserem Lande.

Zahlreiche Direktvermarkter aus beiden landwirtschaftlichen Nutzungsformen boten an ihren Ständen Waren und Produkte zum Verkauf an. Die Besucherinnen und Besucher nutzten das Angebot auch zum direkten Austausch mit den Landwirten.

Der Vorsitzende des Arbeitskreises für Umweltangelegenheiten, Energieversorgung und Landwirtschaft der Kreistagsfraktion, Tobias Grän, schloss mit den Worten: „Wir verfolgen mit unserer Infoveranstaltung das Ziel, einen wertfreien Austausch anzuregen, der von gegenseitiger Bewertung wegführt und den Konsens suchen will!“

Auch für den Bundestagsabgeordneten Markus Koob, der die Veranstaltung genauso wie Landrat Michael Köberle besuchte, wurde klar: „Die CDU wird ihrer Verantwortung gerecht, ein Beitrag zur Information und zur Differenzierung zu leisten. Es wird viel zu schnell nur mit Detailwissen geurteilt. Das müssen wir ändern!“

Denn letztendlich geht es um drei Dinge:

Sicherstellung der Ernährungssicherheit, Treibhausgaseffekte verringern und ökologische Ziele erreichen, die alle im Zusammenhang mit einer konkurrierenden Flächennutzung stehen.

Weitere Informationen zur Arbeit der CDU-Kreistagsfraktion finden Sie unter www.cdu-limburg-weilburg.de. Zudem steht der Pressesprecher Tarik Cinar sehr gerne für Rückfragen zur Verfügung.

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