Die Bundesregierung erklärte ab 2015 den 20. Juni zum „Nationalen Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung“, zeitgleich mit dem Weltflüchtlingstag der UNO. Das Bundesland Hessen führte bereits 2014 den „Gedenktag für die Opfer von Flucht, Vertreibung und Deportation“ und bestimmte dafür den dritten Sonntag im September, gleichzeitig mit dem Tag der Heimat.

Sinn des „Nationalen Gedenktages für die Opfer von Flucht und Vertreibung“ ist, an die Nachkriegsopfer und ihr Schicksal zu erinnern, damit die gegenwärtige Generationen Kenntnis haben, wohin Krieg, Hass, übertriebener Nationalismus und Gewalt führen und dass die Erinnerung an den Krieg und die Kriegsfolgen das Zusammenleben der Völker in Europa fördert und zu Frieden führt.

Wir erinnern an die Flucht und Vertreibung von 14 Millionen Deutschen aus Ost- und Westpreußen, aus Pommern und Ostbrandenburg, aus Nieder- und Oberschlesien, aus dem Sudetenland und aus Ungarn sowie aus ehemals deutschen Siedlungsgebieten im Osten Europas.

Wir gedenken der zwei Millionen Toten, die auf der Flucht oder bei der Vertreibung auf dem Lande und auf offener See ums Leben kamen.
Wir erinnern daran, dass bis heute mehr als eine Million Deutsche als Minderheit in Polen, Ungarn, der Tschechischen Republik und in der Slowakei sowie in Kroatien, Serbien, Slowenien und in den Ländern der einstigen Sowjetunion leben.

Mit großem Bedauern müssen wir leider zur Kenntnis nehmen, dass mehr als 70 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht sind und ihnen das Recht auf die Heimat verwehrt wird.

Wir wollen mit dem Hinweis auf den jährlichen „Nationalen Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung“ aufmerksam machen, dass Flucht und Vertreibung Verbrechen sind.

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